5 Fragen – 5 Antworten: Trainerlegende Kurt Ring stellt sich LAUFZEIT&CONDITION

03.01.2017 | Von val
5 Fragen – 5 Antworten: Trainerlegende Kurt Ring stellt sich LAUFZEIT&CONDITION
Im Wort
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LAUFZEIT&CONDITION führte ein Exklusivinterview mit Trainerlegende Kurt Ring von der LG TELIS Finanz Regensburg über die Perspektiven, notwendige Veränderungen und Hoffnungen. Wir stellten dem Fachtrainer 5 Fragen und der Macher der LG TELIS Finanz Regensburg antwortete wie gewohnt „ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen“.

Kurt, beim DLV hat es ein großes Stühlerücken an den verantwortlichen Trainerpositionen gegeben? Welche Erwartungen verbindest Du mit der Neuverteilung der Aufgaben?

Kurt Ring: Mal sehen, wie sie alles organisatorisch auf die Reihe bringen und wo der Wind dann her weht. Methodisch wird sich nicht viel ändern  können, weil 99 % eh im Heimtraining stattfinden. Die Lauferei wird sicher nicht jedes Jahr neu erfunden.

Kurt, nur wenige der letztjährigen C-Kaderathleten haben jetzt die nächste Stufe erklommen und den Sprung in den B-Kader geschafft? Wo siehst Du die Ursachen für die unbefriedigende Entwicklung?

Kurt Ring: Das stimmt so nicht. Sie bräuchten nur einen Übergangskader. Es ist nicht gut, wenn auf der Langstrecke erfahrene voll austrainierte ältere Athleten mit den jungen ehrgeizigen Youngstern trainieren. Das überfordert die Jungen gerne.

Kurt, viele der Athleten müssen sich zwischen Leistungssport und beruflicher Karriere entscheiden? Glaubst Du nicht auch, dass sich die Rahmenbedingungen noch deutlich verbessern müssen, um Talente in der Leichtathletik zu halten und weiterhin mit einer Perspektive auszustatten?

Kurt Ring: Wir haben in Deutschland bis auf die bekannten Bundeswehr oder Polizeiförderkader überhaupt keine Strukturen für den Hochleistungssport. Wenn es dann trotzdem klappt, sind das alles selbstgebastelte Konstrukte.

Kurt, Leistungssport fordert Entbehrungen. Da bleiben oft Freunde und Freizeit auf der Strecke. Wie gelingt es Dir in Regensburg eine doch relative große Gruppe „williger“ Jugendliche und junger Erwachsener um Dich zu scharen und für den Leistungssport zu motivieren?

Kurt Ring: Die Gruppendynamik treibt sie alle an. Wenn das Klima stimmt, stimmt auch die Leistung. Das selbst gebastelte System hat viel Zeit und Mühe gekostet, die Unterstützung von den Verbänden ist minimal, das Misstrauen gegenüber dem Regensburger Modell bisweilen umso größer.

Kurt, abschließende Frage: Ein Blick in die Zukunft. Siehst Du jemand, der einmal in die Schuhstapfen von Deutschlands letzten Olympiasieger Dieter Baumann (Olympiasieger 1992 über 5.000 m/Barcelona) auf der Langstrecke treten könnte?

Kurt Ring: Ein Olympiasieger taugliches Talent ist zunächst immer Zufall. Wenn es da ist, ist es da. Es zu sehen und entsprechend zu fördern, ist nur wenigen gegeben.

Danke!

Das Interview mit Kurt Ring führte Jörg Valentin

Foto: Helmut Schaake: Kurt Ring (r.) mit seinem Schützling Corinna Harrer (i.)

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