Hottenrott und Gunkel sind die Schnellsten auf der B 1 von Werl nach Soest

01.01.2017 | Von val
Hottenrott und Gunkel sind die Schnellsten auf der B 1 von Werl nach Soest
Events
0

 

Nicht ganz unerwartet konnte Leif Gunkel (LG Olympia Dortmund) nach einem packenden Finale  den 35. Internationalen Silvesterlauf von Werl nach Soest für sich entscheiden. Der 20-jährige Wahl-Dortmunder aus dem sauerländischen Fretter setzte sich auf der 15 km-langen Distanz  in 47:40 min vor dem Eriträer Robert Weidemichael (Delbrück, 47:48 min)  und Dominik Fabianowski (ASV Köln, 47:50 min) durch.

Von Matthias Behrens (Text und Fotos)

Das Führungstrio hatte vor 20.000 Zuschauern entlang der Strecke während des gesamten Rennens dicht zusammen gelegen. „Auf den letzten Metern kam mir zugute, dass ich von den kürzeren Distanzen komme, daher habe ich mich in erster Linie auf den Spurt beschränkt,“ erläuterte  Leif Gunkel seine Taktik. Der 20-jährige Dortmunder, der 2016 14:20,69 min über 5.000 m im belgischen Heusden erzielte, zog sich aufgrund seiner defensiven Taktik den Ärger seiner beiden Wegbegleiter zu, doch der Schützling von Pierre Ayadi entgegnete: „Ich habe im Herbst mein Medizinstudium in Göttingen begoinnen. Zusammen mit dem Umzug war das eine enorme Umstellung für mich. Ich bin beim Silvesterlauf mitgelaufen, weil ich in erster Linie Spaß haben wollte. Als ich dann zum Schluss noch dran war, habe ich natürlich meine Chance wahrgenommen,“ kommentierte der Überraschungssieger sein Rennen.

Robert Weldemichael, der im Vorjahr Dritter in 47:10 min war, erreichte dieses Mal als Zweiter den  Marktplatz in Soest. Der 24-Jährige  flüchtete vor zwei Jahren aus Eritrea nach Deutschland und hat inzwischen in Westerholz in der Nähe von Paderborn  einen neuen Lebensmittelpunkt. gefunden. Mit dem Laufen begann er im Sommer 2015. „Mit meiner heutigen Leistung bin ich sehr zufrieden, auch wenn ich langsamer als 2015 war. Ich habe mir aber im Sommer eine Schienbeinverletzung zugezogen, die mir sehr zu schaffen machte. Das hat mich enorm zurückgeworfen,“  berichtete der Wahl-Ostwestfale.

Dominik Fabianowski (ASV Köln)  der erst tags zuvor für den Lauf nachgemeldet hatte, zeigte sich mit seinem dritten Platz in 47:00 min zufrieden, nicht  jedoch mit dem Rennverlauf: „Der Lauf war für mich viel zu unruhig. Leif Gunkel war heute der Bessere, aber für Robert und mich wäre es natürlich besser gewesen, wenn er uns auch einmal unterstützt hätte.“

Der 26-jährige Kölner, der  den Silvesterlauf 2011 (45:45 min) und 2013 (47:43 min) schon einmal gewonnen hatte,  konnte nach einer Virusinfektion ein halbes Jahr nicht trainieren. Ende November gewann er bei den Crossmeisterschaften des LV Nordrhein in Wesselling den Titel auf der Männer-Langstrecke. Danach absolvierte er einen Ausdauerblock. Seine längste Distanz war dabei 40 km. Die Weihnachtsfeiertage verbrachte er in Polen. Noch zwei Tage vor dem Silvesterlauf führte er ein hartes Bergtraining in Wolice (Polen) durch.

„Wie es aussieht, bin ich mit einem blauen Auge davongekommen. Die Viruserkrankung, die seit Januar 2016 in meinem Körper grassierte, habe ich überwunden und ich bin wieder voll belastbar,“ zeigt sich der Marathon-DM-Zweite  von  2014 wieder voller Optimismus. Dominik Fabianowski hat ein trainings- und wettkampfmäßig ein großes Nachholbedürfnis. Daher geht es für ihn bereits in den nächsten Tagen ins Trainingslager nach Südafrika.

Laura Hottenrott

Laura Hottenrott

Bei den Frauen konnte Laura Hottenrott bei Deutschlands größtem Silvesterlauf  erwartungsgemäß ihren Vorjahreserfolg wiederholen. Der 24-jährigen Langstrecklerin des GSV Eintracht Baunatal  gelang  ein souveräner Start-Ziel-Sieg in 55:00 min vor Tatjana Schulte (LC Paderborn, 55:57 min) und  Angela Moesch (LG Deiringsen, 58:01 min)

Für Laura Hottenrott war das Erlebnis wichtiger als das Ergebnis:  „Meiner Meinung waren dieses Mal sogar noch mehr  Zuschauer an der Strecke als 2015. Sie haben mich pausenlos angefeuert. Auch die vielen Musikgruppen haben mich richtig gepusht.. Ich bin die gesamte Strecke weitgehend allein gelaufen. Da konnte ich jede Unterstützung gut gebrauchen.“

Zum Jahresabschluss hatte die alte und neue Silvesterlaufsiegerin mehrere attraktive Startangebote vorliefen. Wegen der großartigen Atmosphäre entschied sie sich jedoch bewusst für Werl/Soest.

Mit ihrem Sieg auf der Strecke entlang der Bundesstraße 1 schloss  die blonde Nordhessin ein für sie recht erfolgreiches Jahr ab. So verbesserte sie sich als DM-Zweite über 10.000 m auf 33:43,41 min und ließ bei ihrem Halbmarathondebüt in Köln mit respektablen 1:15:15 h aufhorchen.

In den letzten Wochen beendete  sie erfolgreich  ihr Bachelor-Studium im Fach Biologie in Boston (USA). Inzwischen hat sie sich an der Sporthochschule Köln für den Masterstudiengang Exercise Science and Coaching, bei dem es um die körperliche Leistungsfähigkeit des Menschen und deren Optimierung geht, eingeschrieben.  Sportlich wird sie ihren Fokus 2017 auf den 10.000m-Lauf bzw. auf die Halbmarathonstrecke legen. Vielleicht kommt in den nächsten Jahren auch noch der Marathonlauf hinzu.

Insgesamt 6.500 Läuferinnen und Läufer (einschließlich der Rahmenwettbewerbe) starteten bei der Traditionsveranstaltung. Wie in den Vorjahren kam ein Teil des Startgeldes wieder einem guten Zweck zugute.  Die Gesamtspenden-Summe der  1982 erstmals durchgeführten Veranstaltung beläuft  sich nach der 35. Auflage nun auf über 1,3 Mio €.

Foto-Titel: Leif Gunkel beim Zieleinlauf auf dem Soester Marktplatz

Ergebnisse: http://soester-sl.r.mikatiming.de/2016/

 

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Durch das Fortsetzen der Benutzung dieser Seite, stimmst du der Benutzung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen