Großes Charge 2 User-Testing

10.02.2017 | Von Matthias
Großes Charge 2 User-Testing
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Die Schlaferkennung passt wie die Faust aufs Auge!

Was kann der neue Fitnesstracker Charge 2 von Fitbit wirklich? Von Herzfrequenzmessung über ganztägiges Aktivitätstracking bis hin zur automatischen Schlaferkennung – vier Tester prüfen alle Funktionen des Charge 2 auf Herz und Nieren.

Foto: Andrea Kraus

Foto: Andrea Kraus

Andrea Kraus, 34 Jahre, Mutter einer 15 Monate alten Tochter. Sportpensum: Zweimal die Woche Laufen, viel mit ihrer „Zaubermaus“ aktiv. Fitness-Level: Mittel.

Der erste Eindruck vor dem Training: Der Fitbit Charge 2 sieht stylish aus. In der Farbe Aquamarin wirkt der Tracker modern aber nicht zu auffällig. Er ist ein hübsches Accessoire am Handgelenk.

Handhabung: Die Bedienung ist einfach, mit einem Klick auf dem Display sind alle Funktionen übersichtlich dargestellt. Durch die Konfiguration über die App, bzw. über die Website, kann der Charge 2 schnell auf die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden.

Deine Hauptfunktion? Ich habe hauptsächlich die Lauf-Funktion getestet, meine täglichen Schritte beobachtet und in den letzten zwei Wochen mit Hilfe der App meinen Kalorienverbrauch beobachtet.

Training: Der Charge 2 ist beim Laufen angenehm und übersichtlich. Durch die Bewegung des Handgelenks sind die Daten direkt auf dem Display sichtbar, mittels Bedienung des Zifferblatts können schnell weitere Daten abgelesen werden: Schritte, Herzfrequenz, Herzfrequenzzone (Fettverbrennung, Cardio oder Leistungssteigerung), durchschnittliches Tempo, aktuelles Tempo, Strecke.

Was mir persönlich fehlt: In der Auswertung des Laufs, der über den Tracker registriert wurde, konnte keine Zwischenzeit angegeben werden: Einzelne Kilometer-Zeiten oder schnellster / langsamster Kilometer werden nicht angezeigt. Das finde ich persönlich richtig schade, denn es fehlt mir, um die Läufe vergleichen und auswerten zu können.

Sonstiges: Die automatische Schlaferkennung passt wie die Faust aufs Auge! Besonders in der Woche, in der meine Tochter erkältet war, ist mir aufgefallen, wie oft ich wach war, wie häufig pro Nacht ich unruhig geschlafen habe. Die Funktion hat sehr genau bestätigt, wie schlecht meine Schlafqualität war 😉

Auswertung der Daten: Die App ist übersichtlich gestaltet, kann auf die individuellen Schwerpunkte angepasst werden und es dauert nur eine halbe Minute, bis die aktuellen Daten des Charge 2 auf dem Handy sind. Die Auswertung über den PC empfinde ich aber als detaillierter.

GPS: Der Charge 2 selber hat kein integriertes GPS, das fehlt mir persönlich zum genauen Tracken meiner Laufaktivität. Ich habe bisher auch nicht heraus finden können, ob man die Schrittlänge individuell einstellen kann. Der Tracker kann sich während eines Laufs mit dem GPS vom Handy verbinden, das klappte bei mir jedoch nur mäßig, was aber am Handy bzw. dem schlechten GPS Signal in unserer Umgebung liegen kann.

Veränderung im Trainingsverhalten? Natürlich macht der Tracker unheimlich viel Spaß und motiviert auch zu mehr Bewegung. Der Tracker ist hierbei ein Nice-to-have, doch im Endeffekt führt die persönliche Einstellung zu einem gesunden Leben.

Gesamtfazit: Ich bin mit dem Charge 2 zufrieden. Das Preis-Leistungs-Verhältis ist gut, jedoch fehlt mir persönlich wie schon erwähnt das integrierte GPS.

Abschlussnote: 2


Ich bin besessen davon, jeden Tag meine Schritte zu übertrumpfen!

Foto: Franziska Fallmann

Foto: Franziska Fallmann

Franziska Fallmann, 22 Jahre, Laufjunkie (erster Marathon dieses Jahr in 3:23h). Sportpensum: 70 Kilometer pro Woche (im Sommer 100 Kilometer), dazu zwei Mal Fitnessstudio. Fitness-Level: Sehr gut.

Der erste Eindruck vor dem Training: Das Band in dunklem Violett ist schlicht und modern gehalten. Ich bin keine Uhrenträgerin, aber der Fitbit sitzt leicht und fest und fällt im Alltag kaum auf. Trägt man eine sehr enganliegende Jacke kann es zu einem Druckgefühl am Unterarm kommen.

Handhabung: Nach kurzer Installation der App ist der Charge 2 einfach zu bedienen. Die persönlichen Daten und Ziele sind je nach Ausführlichkeit in ca. 15 Minuten eingestellt. Gleich am ersten Abend habe ich die Schlaffunktion getestet. Zwar war ich laut App mit dem Schlaf zufrieden, trotzdem stört der Fitbit etwas in der Nacht: Die Uhranzeige leuchtet ab und an auf und ich schlafe nur bei absoluter Dunkelheit ruhig.

Bei der Lauffunktion verlief die Verbindung mit dem Smartphone völlig unproblematisch. Ein Nachteil im Vergleich zu meiner bisherigen Laufuhr (Polar M400): Ich muss beim Lauf das Smartphone mitnehmen.

Deine Hauptfunktion? Meine Hauptfunktion war das Laufen und ich habe den Tracker auch im Fitnessstudio getragen. Toll finde ich, dass man sich während des Workouts viele hilfreiche Daten in Echtzeit anzeigen lassen kann. So hat man stets den Überblick über die Einheit.

Training: Mein Training bestand aus Laufen, Cardio im Fitnessstudio, Krafttraining und Schwimmen. Beim Laufen war der Fitbit neben meiner Polar ein treuer Begleiter und half mir, mein Schrittziel zu erreichen. Ich bin fast besessen davon, jeden Tag meine Schrittanzahl zu übertrumpfen! Eine schöne neue Motivation.

Sonstiges: Im Arbeitsalltag erinnert mich die kleine Vibration am Handgelenk daran, auch mal kurz aufzustehen. Leider konnte ich mein Schwimmtraining nicht aufzeichnen. Für alle zukünftigen Modelle also die Empfehlung: Wasserfest!

GPS: Ich hab die GPS-Funktion, Höhenmeter etc. mit meiner Polar M400 verglichen und die Daten waren meist nahezu identisch.

Activity-Tracker/Schlaftracker/PurePulse/Atemübungen: Sehr nützlich finde ich die Pulsmessung am Handgelenk, da ich den störenden Pulsmesser der Polar nie nutzte. Von den Atemübungen (dauert nur 2 Minuten) bin ich überrascht. Normalerweise fällt es mir schwer, zwischendurch zu entspannen. Aber die 2 Minuten mit dem Charge 2 sind kurz und intensiv und bringen neue Energie.

Akku: Die Akkulaufzeit ist mit fünf Tagen extrem lange!

Veränderung im Trainingsverhalten? Die Endanzeige des Trackers nach dem Training motiviert schon fürs nächste Workout. Ich achte jetzt mehr auf meine Schrittzahl.

Gesamtfazit: Besonders begeistert bin ich immer noch vom schönen Design und der Leichtigkeit des Trackers am Handgelenk. Mit ca. 150 Euro ist er aber sehr teuer. Man hat zwar unglaublich viele Funktionen, aber auf dem Markt gibt es günstigere Alternativprodukte.

Abschlussnote: 2


Der Charge 2 motiviert mich, mehr zu trainieren

Foto: Robert Langfelner

Foto: Robert Langfelner

Robert Langfelner, 23, Sportstudent. Sportpensum: Mindestens einmal pro Woche laufen, 2 Mal ins Fitnessstudio (functional training und Calesthenic), dazu Street-Ball und Fußball. Fitness-Level: Top.

Erster Eindruck vor dem Training: Der Fitbit Charge 2 macht auf mich einen hochwertigen Eindruck. Das Design ist schlicht, äußerst Kompakt und funktional. Nach Abnahme der wechselbaren Bänder kann man gar nicht fassen, dass so viel Technik in solch einem kleinen Gerät steckt.

Handhabung: Der Charge 2 ist einfach und schnell zu handhaben. Selbst ohne Anleitung, die man vorab in Form der App bekommt, lässt der Charge 2 sich intuitiv Nutzen.

Die Modi sind einfach und verständlich zu bedienen. Das Einstellen der Daten und die Synchronisierung erfolgten problemlos mit Android (Smartphone: Samsung Galaxy S7 Edge). Außerdem liebe ich die Gestensteuerung: Wenn man das Handgelenk proniert, um auf die Uhr zu schauen, geht sie einfach an.

Deine Hauptfunktion? Am meisten nutze ich die verschiedenen Trainingsmodi und den stummen Alarm. Während des Sports versuche ich, möglichst viele Daten zu sammeln, um mein Training noch weiter zu verbessern und zu intensivieren.

Training: Die Kalorienanzeige, inklusive der Kalorien die man verbrennt, ist ein sehr praktisches Gadget. So weiß ich immer, je nachdem welches Gewichtsziel ich habe, ob ich noch mehr oder nichts mehr zu mir nehmen darf. Dank des Trainingsmodus weiß ich endlich, ab welcher Herzfrequenz ich am meisten Fett verbrenne. Super ist auch die Einschätzung des Cardiolevels anhand der Herzfrequenz, so weiß man, dass immer noch Potenzial nach oben ist.
Ich fände es hilfreich, wenn die Herzfrequenz mit der Fettverbrennung in Bezug auf das jeweilige Training abgebildet würde. Wenn man ins Schaubild klicken und die jeweiligen Werte noch detaillierter abrufen könnte.

Sonstiges: Die geführten Atemübungen empfinde ich als sehr hilfreich, da kurze Entspannungsphasen im Alltag sehr wichtig sind, um nicht gestresst zu werden.

Activity-Tracker/Schlaftracker/PurePulse/Atemübungen: Der Charge 2 motiviert mich zwar, dennoch muss ich sagen, dass Bewegungserinnerung auch nerven kann. Die Schlafüberwachung funktioniert, jedoch noch nicht so genau, sondern erkennt manchmal meinen Ruhepuls beim Liegen als Schlafpuls. Den Cardio-Fitnessindex finde ich spitze, da ich so weiß, wie ich mich noch verbessern kann.

Akku: Die Akkulaufzeit ist super. Aber ich finde es nervig, dass man den Aufladezustand nur über die App sieht und nicht auch auf der Uhr.

Veränderung im Trainingsverhalten? Der Charge 2 motiviert mich definitiv, mehr zu trainieren, gerade im Winter ist das ja oft schwierig. Der Tracker hat mich in dieser Hinsicht immens gepusht! Ich trainiere zurzeit mindestens fünf Mal die Woche. Die Funktionen haben mir geholfen, meinen Trainingsrhythmus besser einzuhalten und gewissenhafter zu trainieren.

Gesamtfazit: Dem Preis-Leistungs-Verhältnis gebe ich die Note 3,0. Ich finde den Preis etwas zu hoch angesetzt, viele lassen sich bestimmt von so viel Geld für solch ein „kleines Gerät“ abgeschrecken. Zusammengefasst gefallen mir besonders die Pulsfunktion und die Trainingsmodi.

Abschlussnote: 2,4


Der Charge 2 kämpft tapfer an meiner Seite

Foto: Ulrich Elsäßer

Foto: Ulrich Elsäßer

Ulrich Elsäßer, 33, All-Rounder. Sportpensum: Halb- und Marathonläufe, Schwimmen, Mountainbiking, Rennradfahren, Triathlon. Fitnesslevel: Konditionsstark.

Erster Eindruck vor dem Training: Der Fitbit Charge 2 kommt ohne nerviges Zusatzgedöns und Bedienungsanleitung in 14 verschiedenen Sprachen daher. Im Lieferumfang ist lediglich ein Ladekabel, das Gerät und ein dezenter Hinweis auf die Smartphone App. Sehr angenehm.

Der Charge 2 wirkt sehr „hoch“. Einmal am Arm, war der Fitbit aber kaum spürbar und sehr angenehm. Doch im täglichen Gebrauch störte er leider immer wieder bei langärmligen Oberteilen, da er am Ärmel hängen blieb.

Handhabung: Kein nerviges Bluetooth-Koppeln: Einmal die App gestartet, erkannte diese gleich den Charge 2 und begann eigenständig mit der Kopplung. Der Seitenknopf lässt sich gut drücken, die Bedienbarkeit des Displays hakt aber etwas. Anrufe und SMS wurden zuverlässig mit einer markanten Vibration bemerkbar gemacht und auch auf dem Display dargestellt.

Deine Hauptfunktion? Hauptsächlich nutze ich die Sportaufzeichnungen und den Pulsmesser. Die tägliche Schrittzahl und Kilometer-Bilanz fand ich auch immer wieder interessant.

Training: Beim Laufen erfreuten mich die schnelle GPS-Ortung und der unkomplizierte Start am Armband. Aber: Auf dem Weg zu meinem Lauf-Waldstück habe ich noch einige Ampeln vor mir. Leider schaffte ich es nicht, meinen Lauf zu pausieren.

Die Bewegungserinnerung kam gefühlt immer zu einer unpassenden Zeit. Aber das ist wahrscheinlich ihre größte Stärke: Mich wachrütteln, wenn ich gestresst am Computer sitze und eigentlich mal aufstehen und die Beine vertreten sollte.

Auswertung der Daten: Der Abgleich zwischen App und Charge 2 ist erstaunlich schnell und übersichtlich. Schlafzyklen, Schrittanzahl, Kalorien etc. werden sofort und anschaulich dargestellt.

GPS: Im Wald gibt es keine Aussetzer und auf der Karte wird der Lauf sehr gut und detailgetreu aufgezeichnet und wiedergegeben.

Activity-Tracker/Schlaftracker/PurePulse/Atemübungen: Der Activity-Tracker ist meine meistgenutzte Funktion. Laufen, Radeln, Fitnessstudio: Man ist immer wieder stolz auf sich, wenn man trotz Durchhänger nach der Arbeit den Allerwertesten hochbekommt und abends dann die Quittung von der App dank lustiger Abzeichen bekommt.

Die Atemübungen und die Schlafaufzeichnung haben schnell ihren Reiz verloren. Wie viele Stunden ich geschlafen habe, merke ich leider immer am schnellsten im Badezimmer vor dem Spiegel 😉

Akku: Ich kannte bis dato nur Smartwatches, die ein bis zwei Tage hielten. Der Charge 2 hat eine richtig große Lunge mit durchschnittlich fünf Tagen. Einmal über Nacht an Strom gehängt, muss man sich bis zum Ende der Woche keine Gedanken machen. Daumen hoch!

Veränderung im Trainingsverhalten? Ich konnte an mir immer wieder beobachten, wie ich selbst zu mir sagte: „Komm, schnell die Treppe statt dem Fahrstuhl!“, um meine durchschnittlichen Ziele des Tages zu erreichen. Leider ist man trotz Helferlein am Arm immer noch schutzlos seinem inneren Schweinehund ausgesetzt. Doch der Charge 2 kämpft tapfer an meiner Seite. Danke, kleiner Helfer!

Gesamtfazit: Alles in allem ist der Fitbit eine gute Allround-Motivation für alle, die hier und da den Extra-Tritt in den Allerwertesten brauchen. Leider hab ich mich auch nach vier Wochen Test nicht wirklich mit der Bedienung und Handling des Trackers angefreundet. In Kombination mit Handy und App geht dann mehr.

Schade finde ich, dass Musiksteuerung und eine Schwimmoption, die Bahnen erfasst, fehlen. Aussehen, Akkulaufzeit und Tragecomfort sind wiederum sehr gut.

Abschlussnote: 3+

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