TRAININGSPRAXIS LAUFEN: Wettkampfpsyche verbessern

25.02.2017 | Von val
TRAININGSPRAXIS LAUFEN: Wettkampfpsyche verbessern
Tipps vom Profi
0

 

Zur psychophysischen Vorbereitung von Läufern auf die Saison

Die Herausbildung von wettkampfspezifischen psychischen Eigenschaften wird bestimmt von der Komplexität des vorbereitenden Trainings im Verhältnis zu den Wettkampfanforderungen der Spezialdisziplin.

 

Von Lothar Pöhlitz

Im Prozess der Entwicklung sportlicher Spitzenleistungen kommt der Ausprägung disziplinspezifischer psychischer Voraussetzungen im Training eine nicht unbedeutende Rolle zu. Sportler und Trainer entscheiden aber letztendlich durch die Qualität von qualitativ hochwertigen Trainingsbelastungen wie gut Einstellungen und die psychische Entwicklung der Persönlichkeit in Vorbereitung auf die wichtigen Wettkämpfe im Sommer transferiert werden können. Sie schaffen Überzeugungen.

Deshalb  kommt der Auswahl von Trainingsformen (Trainingsmitteln), der Qualität ihrer Bewältigung und der Dichte ihrer Wiederholung in den d Wochen der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung eine große Bedeutung zu. Reichen die physischen Voraussetzungen für die gedachte Belastung nicht aus, bleibt auch die Ausprägung der psychischen Wettkampfeigenschaften erfolglos. Die höchste Wirkung wird im Mittel- und Langstreckenlauf erzielt, wenn Geschwindigkeit und Belastungsdauer in solchen TE dem Zielwettkampf nahe sind, d.h. in der Streckenlänge möglichst die 75 % der Zielstrecke übersteigen

Deshalb müssen Trainer und ihre Athleten in den nächsten parallel zur physischen Entwicklung beginnen, die für eine erfolgreiche Bewältigung von Wettkämpfen hilfreichen psychischen Einstellungen zu erarbeiten, das Bewusstsein zu schaffen das die angestrebte Leistung auch machbar ist.

Die Entwicklung von Einstellungen ist an wettkampfnahe Belastungen gebunden

Die Entwicklung von Einstellungen und Überzeugungen wird von der Trainings-belastung, von Trainingsmethoden, von der Intensität und Dauer von einwirkenden Reizen und ihrer Position im Jahrestrainingsaufbau bestimmt. Dabei ist immer zu bedenken, dass für alle Laufstrecken bewusstseinsmäßige Veränderungen durch unterschiedliche trainingsmethodische Anforderungen (z.B. Trainingsprogramme mit gleich bleibender oder ansteigender Geschwindigkeit, mit Tempowechsel- oder Endbeschleunigungen, im profiliertem Gelände, mit auch sehr kurzen Trab- oder Laufpausen usw.) auch unterschiedliche Wirkung auslösen.

Eine Vorbereitung auf Wettkampfhöhepunkte mit individuell grenzwertigen Anforderungen und die Ausprägung der dafür notwendigen Überzeugungen setzt voraus, das Training zielstrebig und bewusst auch für die Entwicklung der leistungsbestimmenden psychischen Wettkampfeigenschaften zu nutzen. Der Athlet muss sich im Training und in Aufbauwettkämpfen mit hohem Anspruch das notwendige Vertrauen in seine physische und psychische Leistungsfähigkeit erwerben. Er/Sie muss „erleben“ das er bessere Ergebnisse erzielen kann als im Vorjahr.

Wie gut das gelingt hängt vom Grad der Realisierung, seinen physischen Fähigkeiten, seinen Überzeugungen, Einstellungen und den bis dahin ausgeprägten Willensqualitäten ab und in wie weit er bereit ist, sich auch im Training wiederholt grenzwertig zu fordern und zu mobilisieren. Dazu gehört auch sich nicht nur Bewährungssituationen zu stellen, sondern auch mit Konzentration und Härte um eine bestmögliche Erledigung der Aufgaben (Möglichkeiten: erfüllen und auch mal übererfüllen) zu kämpfen. Eine hilfreich-unterstützende Erfahrung ist das Partnertraining – möglichst mit stärkeren im Trainingslagern.

Übe in den nächsten Wochen besser und der Fortschritt kommt.

Wichtig ist, dass Sportler und Trainer nun an der Ausprägung der psychischen Wettkampfeigenschaften mit aller Konsequenz arbeiten. Das ist ein langfristiger, aber auch mehrjähriger pädagogischer Prozess, in dem möglichst frühzeitig solche Eigen-schaften wie der Wille und Bereitschaft für die jährlichen Zielleistung zu arbeiten, eine disziplinierte Vorbereitung und Bewältigung der Aufgaben im Training und bei Wettkämpfen, der Aufbau des Selbstvertrauens durch überzeugende Trainingsleistungen, Endphasentraining und der Anerziehung einer erforderlichen individuellen Härte und Durchhaltefähigkeit, um bestimmte Trainings- und Wettkampfaufgaben positiv lösen zu können.

Die Qualität der individuellen Anforderungsbewältigung entscheidet also über den Grad der Ausprägung nicht nur der physischen, sondern auch der psychischen Voraussetzungen für echte Leistungsfortschritte. Im Training entscheiden überzeugende, möglichst grenzwertige Qualitäts-Programme über die spätere individuell-psychische Leistungsdarstellung in wichtigen Rennen. Deshalb ist wichtig, dass Trainingsumfänge immer mit qualitativen Parametern wie Geschwindigkeiten und Pausen verbunden werden.

Fazit: Die Herausbildung von wettkampfspezifischen psychischen Eigenschaften wird bestimmt von der Komplexität des vorbereitenden Trainings im Verhältnis zu den Wettkampfanforderungen der Spezialdisziplin.

Foto: Jörg Valentin / Wettkampfpsyche muss trainiert werden

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Durch das Fortsetzen der Benutzung dieser Seite, stimmst du der Benutzung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen