Liz#MyFutureSelf: Da geht schon wieder was

11.05.2017 | Von Matthias
Liz#MyFutureSelf: Da geht schon wieder was
Training
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Liz Ke, mit „bürgerlichem“ Namen Elisabeth Kellerer, 23 Jahre jung, ist eine deutsche Sportwissenschafts-Studentin und Fotografin, die seit vielen Jahren ihre Leidenschaft für den Ausdauersport pflegt. Im März 2016 fingen die Beschwerden im Knie an. Und hörten einfach nicht mehr auf. Nach acht Monaten der Qual stand fest: Eine Kreuzband-Operation ist nicht zu umgehen. Und Liz ging Ende Oktober 2016, begleitet von unzähligen guten Wünschen vieler Sportsfreunde (und zufriedener Foto-Kunden). Im LZ&CO-Interview erzählt die New-Balance-Runnerin, wie es ihr erging.

Frage: Was hat letztlich den Ausschlag gegeben, dass du dich doch für eine OP entschieden hast?
Liz:
Für mich war das eigentlich gar keine Frage. Nach 8 Monaten ohne richtige Diagnose und immer stärker werdenden Knieschmerzen habe ich mich Anfang Oktober 2016 für eine Arthroskopie entschieden. Wenn man von außen und durch ein MRT nichts sehen kann – vielleicht dann von innen? Mit einem fast komplett durchgerissenen Kreuzband hatte ich zwar wirklich nicht gerechnet, aber da die Schmerzen ja nicht besser werden, nur weil man eine Diagnose hat, war für mich sofort klar, dass ich das reparieren lasse. Ich war in gewisser Weise sehr erleichtert und dachte „Kreuzband? Das hatten schon viele, das kriegt man wieder hin!“. Die Ungewissheit davor war wesentlich schlimmer.

Was wurde bei dem Eingriff „repariert“?
Mir wurde aus zwei Sehnen (Semitendinosus und Gracilis) ein neues Kreuzband gebaut, das dann über gebohrte Knochenkanäle an die Position gebracht wurde, an der das „richtige“ Kreuzband normalerweise sitzt. Und ja, das ist in etwa genauso schmerzhaft wie es klingt – aber unheimlich faszinierend, was alles machbar ist. 😉 Eine ganz klassische Kreuzband Rekonstruktion war das also. Mit der Zeit wandeln sich die Sehnen dann so gut es geht in ein Band um, weil der Körper realisiert, dass die Sehnen nun als Band gebraucht werden.

Wann durftest du aufstehen, gehen?
Man darf (und soll) direkt nach der OP das operierte Bein mit 20 kg belasten, fleißig Übungen zuhause machen und sobald es geht, zum Physiotherapeuten gehen. Ich hatte mit zirka 5 Wochen mit Krücken und der Schiene gerechnet, hab aber überraschenderweise nach 3,5 Wochen schon das Ok von meinem Arzt bekommen, beides wegzulassen, weil sich mein Knie super gemacht hat.

Ab wann war denn wieder an Training zu denken?
Ich muss sagen, dass ich allgemein ziemlich Glück im Unglück hatte und die Reha bei mir super unkompliziert und angenehm war – klar hat man gute und schlechte Tage, aber wirklich schlechte Tage hatte ich nur sehr wenige. Glück hatte ich auch mit meinem Physiotherapeuten, der immer erkannt hat, was möglich ist und mich super gefördert hat. In der gleichen Woche in der ich wieder Gehen durfte saß ich auch das erste Mal auf dem Fahrradergometer. Das hatte mit 20 bis 30 Watt zwar nicht wirklich mit Training zu tun, war aber ein riesiger Schritt für mich. Die kommenden Wochen bin ich dann auch zuhause auf meinem Rennrad auf der Rolle gefahren. Nach 47 Tagen war ich das erste Mal Schwimmen (erstmal größtenteils nur mit den Armen), nach 111 Tagen war ich das erste Mal Joggen und nach 114 Tagen hab ich mich zum ersten Mal mit meinem Rennrad und Klickpedalen raus getraut.

Wer hat dich alles wie unterstützt, um wieder „auf die Beine zu kommen“?
Der größte Dank geht natürlich an meinen Freund, der mir zuhause wahnsinnig viel geholfen hat & an meinen Physiotherapeuten, der immer an mich geglaubt hat und mir immer das Gefühl gegeben hat, dass es möglich ist. Ein riesiger Support war auch mein Trainer Robin Schneider, der so viel an mich glaubt und mir bereits letztes Jahr trotz der Knieschmerzen drei wunderbare Triathlon-Starts ermöglicht hat und das Training so toll umgestaltet hat. Sehr motivierend war aber auch der Support, den ich von „außerhalb“ bekommen habe – beispielsweise durch New Balance, die trotz meiner Verletzung Lust hatten, mit mir zusammenzuarbeiten und mich zu einem Teil der #MyFutureSelf-Kampagne gemacht haben. Das war und ist ein super schönes Gefühl und hat mich täglich daran erinnert, mich auf das zu konzentrieren, was ich kann (nicht, was ich nicht kann) und wo ich wieder hinmöchte.

Wie ist der Stand heute?
So eine Kreuzband-OP ist berüchtigt dafür, dass es super lange dauert. Meine OP ist jetzt 7 Monate her und mein letzter Check bei meinem Orthopäden war sehr positiv. Ich darf jetzt alles machen, was ich möchte (außer Fußball- und Handballspielen – was aber eh nicht zu den Dingen gehört, die ich unbedingt machen wollte :D). Laufen, Schwimmen, Radfahren, Wandern, langsam die Distanzen steigern und weiterhin fleißig ins Krafttraining gehen um meine verlorenen Muskeln wieder aufzubauen.

Welche nächsten Strecken/Wettkämpfen stehen auf dem Plan?
Ob ich dieses Jahr einen Wettkampf machen werde, steht noch nicht fest und wird wenn dann vermutlich spontan passieren. Mein Ziel ist jetzt in erster Linie meine Kondition und die Muskeln wieder aufzubauen, die Distanzen im Laufen wieder zu steigern, mehr Kraft auf dem Rad zu haben und das Schwimmen weiter auszubauen. Alles in allem wollen wir vor allem die Grundlage für meine erste Triathlon Mitteldistanz 2018 aufbauen. :)

Interview: Matthias Thiel. Fotos: Privat.

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