Zehnkampf-Star Frank Busemann läuft Halbmarathon

06.10.2017 | Von val
Zehnkampf-Star Frank Busemann läuft Halbmarathon
Halbmarathon
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Frank Busemann mischte sich beim 6. Phoenixsee-Halbmarathon in Dortmund unter die 4.050 Starterinnen und Starter und legte die 21, km-lange Distanz in respektablen 1:32:41 h zurück. „Nach 17 km ist bei mir der Mann mit dem Hammer gekommen. Im Ziel hätte ich kaum noch einen Meter weiterlaufen können,“ berichtete der  frühere Olympia-Zweite im Zehnkampf (1996), der als Staffelläufer begann, dann aber die volle Strecke durchzog.

Frank Busemann wollte in Dortmund unbedingt die Zeit seines Freundes Danny Ecker (Leverkusen) unterbieten. Der frühere WM-Dritte  (2007) und deutsche Hallenrekordler im Stabhochsprung  hatte in Köln auf der Halbmarathonstrecke die Zeit von 1:33:52 h vorgelegt.

Nach Beendigung seiner erfolgreichen Zehnkampf-Karriere im Jahr 2003 startete  Frank Busemann immer wieder bei Langstreckenläufen. So erreichte er u.a. beim Ruhr-Marathon 2005 respektable 3:39:00 h auf der klassischen Distanz.

Beim Lauf in Dortmund ging er bis an seine Grenzen. „Ich habe mich voll ausgepowert und sage heute, dass ich das nicht noch einmal mache. Das kann sich aber morgen  schon ändern. Jetzt wünsche ich mir ein Bier und eine Schokolade um wieder zu Kräften zu kommen,“ sagte Frank Busemann, als er im Zielbereich erschöpft auf dem Asphalt hockte. Der ARD-Co-Kommentator hatte am Pausentag bei der Leichtathletik-WM in London wieder mit einem etwas intensiveren Laufen begonnen und sich seitdem zielgerichtet seine Ausdauerprüfung in Dortmund vorbereitet.

Den 6. Phoenix-See-Halbmarathon gewann Bernhard Deiß (Recklinghäuser LC) in 1:15:21 h vor Matthias Büchel (Tusem Essen, 1:15:46 h) und Roman Schulte-Zurhausen (Ausdauerschule  by Bunert Dortmund, 1:16:38 h). Der 25-jährige Recklinghäuser, der das Rennen recht moderat anging, witterte seine Chance bei km 15 und übernahm bei km 19  die Führung. Der letztjährige Vierte, der 2016 mit 1:15:15 Stunden sechs Sekunden schneller als dieses Mal war, zeigte sich begeistert von der Atmosphäre des Laufes: „Es herrschte eine Super-Stimmung an der Strecke. Meiner Meinung war heute mehr los als im vergangenen Jahr.“

Die drei Erstplazierten Roman Schulte-Zurhausen, Bernhard Deiß und Matthias Büchel

Die drei Erstplazierten Roman Schulte-Zurhausen, Bernhard Deiß und Matthias Büchel

Bernhard Deiß betrachtete seinen Start in Dortmund als Generalprobe für den Frankfurt-Marathon am 29. Oktober, wo er versuchen möchte, seine persönliche Bestzeit von 2:39:11 h zu unterbieten. Matthias Büchel, der bereits beim Stadtwerke-Halbmarathon in Bochum den zweiten Rang in 1:14:33 h belegte. zeigte sich mit seiner Platzierung zufrieden: „In der Schlussphase konnte ich  gegen Bernhard Deiß nicht mehr machen. Ich bin froh, dass ich meinen zweiten Platz bis ins Ziel verteidigen konnte,“ erklärte der 36-jährige Lehrer für Deutsch und Musik. Büchel, der vor kurzem Vater wurde und daher momentan nur reduziert trainieren kann, sicherte sich damit den Sieg in der Gesamtwertung des Dextro-Energie-Reviercups, zu dem die Halbmarathonläufe in Duisburg, Bochum und Dortmund zählten.  Neben Roman Schulte-Zurhausen konnten sich mit Markus Ehl (Tri-Geckos Dortmund, 4. in 1:19:05 h) und Tim Hövelmann (LC Rapid, 6. in 1:19:30 h) zwei weitere Dortmunder auf den ganz vorderen Rängen platzieren.

Bei den Frauen gelang Natascha Mommers (TSV Herdecke) ein sicherer Start-Ziel-Sieg in 1:24:05 h vor Johanna Krüger (LG Lüdenscheid, 1:26:06 h) und Luisa Koehn (ASV St. Augustin, 1:31:48 h). Das Bemerkenswerte: Die 31-jährige Herdeckerin, die vorher nur im Fitnessstudio sportlich aktiv war, läuft erst seit Januar 2017. Beim Halbmarathon- Lauf in Venlo hatte sie in diesem Jahr schon einmal 1:26:26 h erzielt. Ihrem Mann Markus, der sie zum Laufen gebracht hat, rennt sie inzwischen locker davon.

Von den Dortmunder Damen gefiel vor allem Rita Nowottny-Hupka (LT Wischlingen), die in der Klasse W 55 in starken 1:36:33 h allen die Fersen zeigte.

Eine Klasse für sich war wieder einmal Seniorenläufer Klemens Wittig (LC Rapid), der in der Klasse M 80 in respektablen 1:43:41 h dominierte. Der 80-jährige Langstrecken-Oldie bereitet sich nun auf den Frankfurt-Marathon vor, wo er einen neuen Europarekord in der Klasse M 80 aufstellen möchte. Eine weitere europäische Bestmarke strebt er am 25. November beim Halbmarathon in Essen an.

Spitzengruppe Phönixsee 2017

Spitzengruppe Phönixsee 2017

Bei den Staffeln konnte sich die LG Olympia  Dortmund mit Kidane Tewolde, Mohamed Hamadi und Leon Straub sicher in 1:11:52 h vor dem LC Rapid (1:15:11 h) durchsetzen. Bei den Frauen ging der Sieg an das Trio „bunert der Dortmunder Laufladen“ (1:25:26 h), für das Svenja Fleischmann, Linn Kleine und Nele Krause starteten. Beim der Mixed- Wertung ließ sich der LC Rapid Dortmund  mit Soja Vogt, Sascha van Staa und Nicolas Vogt in 1:14:57 h den Sieg nicht nehmen.

Organisationschef Marcus Hoselmann zeigte sich mit dem Ablauf der Veranstaltung hochzufrieden: „Es hat keine Probleme gegeben. Selbst die Sanitäter hatten so gut wie nichts zu tun. Mit 4.050 Starterinnen und Startern lagen wir knapp unter unserem Teilnehmerrekord. Allerdings haben viele den Brückentag zu einem verlängerten Wochenende genutzt, sodass sich auch dieses Mal  die Anziehungskraft, die von dieser Veranstaltung ausgeht, wieder sehen lassen kann.“ (Text und Fotos: Matthias Behrens)

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