Dünenläufer – ein Lauf mit der Natur

11.10.2017 | Von val
Dünenläufer – ein Lauf mit der Natur
Cross & Trail
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Jetzt fand die 2. Auflage des Dünenläufers statt, dem Wald-, Wind- und Ostseelauf in Graal-Müritz. Schon im Vorfeld stellte der Wettergott die angehenden Dünenläufer auf eine harte Probe. So tobte der Orkan „Xavier“ zwei Tage zuvor über Nord- und Ostdeutschland, legte Bahnstrecken lahm und erschwerte für manchen die sonst so unkomplizierte Anreise in das schöne Kurstädtchen Graal-Müritz. Auch den Streckenverantwortlichen des Dünenläufers bescherte Xavier eine sicherlich schlaflose Nacht und die Frage, ob denn die Laufstrecken nach dem Sturm noch passierbar sein würden. Doch ein Orkan geht vorüber und alle Läuferinnen und Läufer standen morgens pünktlich und voller Vorfreude am Start im idyllischen Rhododendronpark. Knapp 300 Laufbegeisterte hatten sich für die unterschiedlichen Distanzen angemeldet: Dünenläufer (41 km), ½-Dünenläufer (24 km), Erlebnislauf (9,1 km) und Staffellauf (5 x 5 km).

Text: Kerstin Müller / Fotos: André Pristaff

Auf der Königsdisziplin des Dünenläufers über 41 km werden wahre Helden gemacht, aber auch die Teilnehmer des ½-Dünenläufer (24 km) müssen eine gehörige Portion Ausdauer und Wetterfestigkeit mitbringen. Besonders in diesem Jahr war es ein Lauf mit der Natur. Irgendwann nach dem Start setzte der vorhergesagte Regen ein und erforderte bei vielen einen starken Willen auf dem Weg zur begehrten Medaille. Trotz Regen und Wind, Pfützen und Matsch, niemand verlor seine gute Laune und die Begeisterung für diesen Lauf. „Wetter ist!“, sagte einmal ein schlauer Mensch und das bedeutete auch beim Dünenläufer sich der Natur hinzugeben. Als Belohnung dafür glänzte das Seeheilbad an der Ostseeküste mit atemberaubender Kulisse: Laufwege durch die Küstenwälder verbunden mit dem Geruch von feuchten Tannennadeln, von Pilzen, Bärlauch und Wacholder. Moorlandschaften beeindruckten durch ihre Vielfalt, verwunschene Pfade, sandige Passagen, dabei immer wieder der Blick auf die tosenden Wellen der Ostsee und das Rauschen der Brandung im Ohr. Die Luft war klar und frisch und lieferte eine extra Portion Sauerstoff für die Läuferlungen.

Siegerehrung Dünenläufer mit der Rhododendronkönigin

Siegerehrung Dünenläufer mit der Rhododendronkönigin

Viele hatten im letzten Jahr spontan ihre erneute Teilnahme angekündigt und so waren bei den Männern gleich zwei bekannte Laufgrößen aus der Region am Start, um ihren Titel zu verteidigen und vielleicht sogar ihren eigenen Streckenrekord zu jagen. Birger Bösel von der Laufgruppe Schwerin kürte sich zum zweiten Mal zum Dünenläufer über 41 km (in 3:00:23 h) und verwies – wie auch bereits im letzten Jahr – Ronald Speer von der LG eXa Leipzig auf den 2. Platz (3:05:34 h). Auf der halben Distanz konnte sich erneut Carsten Tautorat vom Team City-Sport Rostock in 1:34:13 h durchsetzen. In diesem Jahr war ihm allerdings der deutlich jüngere Tim Janke (1:36:38 h) dicht auf den Fersen. Janke verbesserte seine Zeit aus dem Vorjahr um fast zehn Minuten, hatte aber dann doch mit gut zwei Minuten Rückstand auf Tautorat das Nachsehen. Dritter wurde der Finne Tero Uusitalo (1:40:12 h), der einen Kurzaufenthalt in Hamburg für einen Abstecher zum Dünenläufer nutzte und bei seinem ersten Start an der Ostsee genauso strahlte, wie die bereits bekennenden Dünenläufer-Fans.

Viel Spaß hatten alle Teilnehmer in Graal-Müritz

Viel Spaß hatten alle Teilnehmer in Graal-Müritz

Bei den Frauen siegte über die 41 km Sonja Schmitt von der LG Mauerweg Berlin in 4:38:32 h. Sie darf sich nun offiziell als aktuell beste Dünenläuferin bezeichnen. Auf der halben Distanz setzte sich Angelika Schlender-Kamp durch und gewann die 24 km in 1:52:15 h.

Die Siegerinnen und Sieger werden übrigens auf der „Dünenläufer-Ehrentafel“ im Rhododendronpark verewigt, die sich seit kurzem dauerhaft ganz in der Nähe des Konzertpavillons befindet. Eine schöne Idee und Motivation für alle bisherigen und zukünftigen Dünenläufer.

Beim reichhaltigen Büffet als Zielverpflegung mit den besten Schmalzstullen der Region, sauren Gurken, Obst, Keksen, kühlen und heißen Getränken gab es ausgelassene Gespräche bevor es dann zur kurzweiligen Siegerehrung am Konzertpavillon ging. Respekt vor allen, die dort auf dem Treppchen standen, aber auch vor allen, die – trotz herausfordernden Wetterverhältnissen – an den Start gingen und tapfer durchgehalten haben.

Die unbeschreiblich schöne Strecke und die familiäre Stimmung im Rhododendronpark lockte auch Läufer weit über die Region hinaus an. In diesem Jahr fand der Dünenläufer erstmals mit internationaler Beteiligung statt, nämlich aus Finnland, Kolumbien und der Schweiz.

Gekämpft wurde auch in den Altersklassen um jede Platzierung

Gekämpft wurde auch in den Altersklassen um jede Platzierung

Für diejenigen, die ein ganzes Wochenende in Graal-Müritz verbringen, bietet der Veranstalter – die Tourismus- und Kur GmbH – ein jährlich wechselndes Rahmenprogramm. In diesem Jahr gab es neben der Pastaparty am Freitag, einen Vortrag von Profi-Läufer Sebastian Reinwand über „Lifehacks“ im Alltag mit vielen Tipps für jeden Läufer. Und wer sonntags Lust auf gemeinsame Entspannung hatte, der konnte sich einem Besuch im Aquadrom Graal-Müritz anschließen und in den Wasser- und Saunawelten die Seele baumeln lassen.

 

Alle, die Lust auf einen einzigartigen Naturlauf haben, die sollten sich den folgenden Termin merken:

Der nächste Dünenläufer findet vom 5. – 7. Oktober 2018 statt.

 

Kerstin Müller

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